How to Figuren charakterisieren – mit Inspirations-Tutorial! Bei Idee zwei juckte es mir sofort in den Fingern!

Kurt Wallander ist bei der Kripo in Schonen, hat daddy-issues, ist geschieden, liebt seine Tochter Linda, die mit 15 Selbstmord begehen wollte, leidet an seinem Job bei der Polizei und unter Diabetes.

Was noch viel wichtiger ist: Kurt Wallander, Held einer ganzen Krimireihe von Henning Mankell, ist mein absoluter Lieblingskommissar. Die Bücher mit ihm als Protagonist kann ich immer wieder lesen!

Der Autor und sein Protagonist

Henning Mankell, leider mittlerweile an Krebs gestorben, hingegen sagt selbst, dass er aus Kurt Wallander einen ganz normalen Typen machen wollte. So kam der arme Wallander auch an sein Diabetes-Leiden: Mankell erzählt, eine befreundete Ärztin gefragt zu haben, was die typische Volkskrankheit sei.

Ein ganz normaler Durchschnitts-Mann, weder sonderlich erfolgreich im Beruf noch im Privatleben – was macht ihn so einzigartig, dass weder ich noch zahlreiche andere Leser genug von ihm bekommen können?

Identifikationspotential und Details machen die Mischung

Zum Einen sehe ich den Erfolg der Figur Kurt Wallanders darin begründet, dass er ein hohes Identifikationspotential bietet: Unzufrieden, privat läuft es nicht so, auch seine Beziehung zu seiner Tochter ist alles andere als ein permanentes Freide-Freude-Eierkuchen. Nicht zuletzt Diabetes und noch tausend andere Beispiele, die ich Dir jetzt aber erspare. Worauf ich hinauswill: Real life eben.

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Zum Anderen liegt ganz viel Kraft in den Details: Wallanders Beziehung zu seinem Vater beispielweise ist unter seiner Berufswahl beinahe zerbrochen. Später nähern sich die beiden aber wieder an. Oder aber auch: Wallander liebt Opern.

Auch hier könnte ich Dir jede Menge weitere Details aufzählen, aber Du siehst bestimmt bereits, in welche Richtung es geht 😉

Andreas hat Dir hier schon beschrieben, worauf Du beim Individualisieren achten solltest.

Ich möchte heute einen Schritt weiter gehen und Dir ganz praktische Tipps geben.

How to Figuren charakterisieren

How to Figuren charakterisieren

Schrittweise zeige ich Dir, wie Du beim Charakterisieren einer Figur vorgehen kannst. Lass mich voranstellen, wodurch eine Figur alles definiert bzw. gestaltet wird:

  • ihren Namen
  • ihr Alter
  • ihr Aussehen
  • ihre Kleidung
  • ihr Umfeld
  • ihr Beruf
  • ihre Familie und Freunde
  • ihre Handlungen
  • ihre Gespräche und Gedanken
  • ihre Reaktionen

Wenn Du noch mehr zu dieser Liste hinzufügen würdest, lass es mich in den Kommentaren wissen!

Nun aber zu unserem kleinen How to…

EINS: Beschreibe ein mögliches Aussehen der Figur, die im Beispieltext im Mittelpunkt steht. Nimm Dir anschließend eine Nozit zur Hand und vermerke die Reaktion des Arztes auf seine Patientin.

Beispiel:

Wenn sie zum Arzt musste, hatte sie jedes Mal schreckliche Angst. Angst vor dem, was er sagen würde, was geschehen würde, was mit ihr geschehen würde. Ein schrecklicher Kontrollverlust, der sie jeglicher Sicherheit entzog und den sie schlicht und einfach hasste. Dabei war sie normalerweise gar nicht so, sie, die Draufgängerin…

Aussehen 1: auffallend, einnehmend, groß

Aussehen 2: gepflegt, sportlich, interessiert

Aussehen 3: klein, drahtig, modern gekleidet

Aussehen 4: etwas dicklich, mausgrau, vergeistigt

ZWEI: Finde zu den Eigenschaften passende Berufe!

  • skrupellos, ehrgeizig, dynamisch
  • liebt shoppen, emanzipiert, engagiert
  • impulsiv, philosophisch, redegewandt

DREI: Finde mindestens zwei Adjektive, die den unten stehenden in ihrer Bedeutung ähnlich sind!

  • schüchtern
  • extrovertiert
  • unsicher
  • langsam
  • verkopft
  • stark
  • cholerisch
  • gebildet

VIER: Nun schnapp Dir ein Bild (aus einer Zeitschrift, der Tageszeitung, online…) von einer Person, die Du nicht persönlich kennst.

Beschreibe diese Person anhand des Bildes. Gehe dabei von außen nach innen!

Achte auch beim Außen besonders auf Details: Wie ist die Körperhaltung der Person? Wie dreht sie ihren Kopf? Wie ist ihr Lächeln, ihre Zähne…? Dabei solltest du viele verschiedene Adjektive verwenden, damit Deine Beschreibung nicht monoton wird.

Tipp: Leg Dir doch gleich eine Adjektiv-Kartei an!

Fazit

Da Deine Leser Deine Figuren lieben sollen, ist es besonders wichtig, sie zu individualisieren. Einfache „Übungen“ können Dir helfen, Deine Figuren zu formen und zu etwas Besonderem zu machen.

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