Was ein Hürdenläufer einem Autor lehren kann

Wäre das Schreiben ein Sport, wäre es mit Sicherheit Hürdenlauf. Die fiese Sorte, wo Du im Staduin über die Aschenbahn rennen musst und über Hürden springen musst, die gefühlt immer höher werden, während deine Beine immer schwerer werden. Manchmal schaffst Du eine Hürde nicht, bleibst hängen oder fällst gar auf die Schnauze. Wenn es auf das Ende zugeht, wird dann nochmal so richtig Adrenalin in Deinen Körper gepumpt und Du schaffst es mit Links. Fällst dann über die Zielgerade und bist ersteinmal in einem Zustand halbkomatöser Erschöpfung, dabei aber voller Glück, das irrsinnig schnell durch Dich durch gepumpt wird.

Auch auf dem Weg zum fertigen Text lauern Hürden. Die 5 größten Stolperfallen im schriftstellerischen Prozess habe ich Dir heute einmal zusammengestellt:

Auf den ersten Metern 580% geben

Wie der Hürdenläufer, so sollte auch der Autor nicht auf den ersten paar Metern seines langen Weges komplett über das Ziel hinaus schießen.

Dann geht ihm nämlich nach einer Minute die Puste aus!

Stattdessen: Bleib moderat. Sei Dir darüber im Klaren, dass ein langer Weg vor Dir liegt und power Dich nicht auf den ersten Metern so aus, dass Dir die Puste ausgeht!

Möchtest Du effektiver, produktiver und besser an Deinen Werken schreiben?

Nicht untrainiert an den Start gehen!

Klar, in der Schule wurden wir beim Sport zu manchem gezwungen, für das wir weder trainiert waren noch es tun wollten. Jetzt stell Dir aber mal den Olympia-Gewinner im Hürdenlaufen vor.

Eines ist sicher: Er hat die Medaille nicht gewonnen, ohne dass er etwas dafür getan hätte.

Im Gegenteil, vermutlich hat er ein monate-, ein jahrelanges Training hinter sich!

Auch beim Schreiben gilt: So ganz ohne Training – wie willst Du da einen Roman schreiben?

Natürlich sieht Dein Training in diesem Fall ganz anders aus als das eines Hürdenläufers 🙂 Vielleicht liest Du regelmäßig, schreibst viel, lässt Korrektur lesen, holst Dir schon regelmäßig Feedback ein, hast Dir einen konkreten Plan erstellt, wie Du beim Schreiben vorgehen möchtest…

Hürden Blogtitel

Dabei bleiben

Nun habe ich gerade eine Fernsehübertragung der Olympischen Spiele vor Augen. Unser Hürdenläufer rennt los, nimmt galant die erste Hürde, auch die zweite nimmt er locker, vor der dritten aber biegt er auf einmal rechts ab, schmeißt sich auf den Rasen und sonnt sich.

Absurd, ne? Würde man so NIEMALS sehen!

Und genau daran musst Du Dir ein Beispiel nehmen: Du trittst an, um Deinen Roman auch zu Ende zu schreiben. Nicht, um auf einmal alles sein zu lassen.

Sicher, die Öffentlichkeit ist an Deinem Schreibtisch weniger präsent als bei den Olympischen Spielen, aber viel schlimmer: Du musst Dich vor Dir rechtfertigen.

Wenn Du also beschließt, einen Roman zu schreiben, dann sei Dir der Verpflichtung bewusst, die Du eingehst.

Aufstehen, wenn Du auf die Schnauze fällst

Wie bei unserem Hürdenläufer wird es Hürden geben, die Dich in die Knie zwingen, An denen Du Dich stößt, Dich verletzt, Dir weh tust, kurz: Du wirst auf die Schnauze fallen.

Bei Deinem Text werden das die Momente der Schreibblockade sein, die Phasen, in denen Du einfach keine Zeit findest, die Strecken, in denen Du alles hasst, was Du jemals geschrieben hast…

Ja, kommt vor. Wir alle kennen das. Fatal ist es aber, liegen zu bleiben. Nimm sie hin, die Durststrecken, die Phasen der Selbstzweifel. Akzeptiere, dass Du nun mal ein Mensch bist, der auch mal auf die Schnauze fällt.

Und dann: STEH AUF UND MACH WEITER.

Vergiss, was passiert ist. Auch der Hürdenläufer darf und kann nicht mehr daran denken, dass ihm die Hürde davor weh getan hat, denn was würde dann wohl passieren? Seine innere Bloackade würde ihn auffressen und er würde diesen Lauf niemals zu Ende bringen.

Keinen Fokus haben

Über all dem steht ein übergeordnetes Ziel: DAS Ziel.

(Haha, ich weiß, es hört sich blöd an!)

Der Hürdenläufer weiß genau, was er will: In Bestzeit am Ziel ankommen, alle Hürden hinter sich lassen.

Du weißt das eigentlich auch, wenn Du Deinen Roman schreibst. Am Ende möchtest Du ihn fertig in der Hand halten.

Nun, Deine Strecke ist nun aber etwas länger als die unseres Hürdenläufers. Wenn Du auf dem Weg also Dein Ziel aus den Augen verlierst, ist das völlig natürlich. Schließlich musst Du Dich unterwegs um sehr viel kümmern!

Hier kann eine Visualisierungsübung helfen: Stell Dir gleich zu Beginn Deiner Arbeit an Deinem Werk vor, wie es wird, wenn Du Deinen Roman beendest. Wie glücklich, zufrieden, erfüllt Du sein wirst. Vielleicht schreibst Du Dir all die positiven Gefühle, die mit Deinem Ziel verbunden sind, auf einen Zettel. So kannst Du ihn aus der Schublade holen, wenn Du nicht mehr weiter kommst.

Dann fokussier Dich auf Dein Ziel und schöpfe neue Motivation.

Fazit

Wie es für den Hürdenläufer ein langer Weg zu den Olympischen Spielen oder gar zu einer Medaille ist, ist es für Dich ein langer Weg zu Deinem fertigen Roman.

Doch was der Hürdenläufer schafft, das schaffst Du auch!

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